Neue Drohnenverordnung ab 2021 betrifft auch die Jagd 2

Neue Drohnenverordnung ab 2021 betrifft auch die Jagd

Ab 1. Januar 2021 gilt die neue EU-Drohnenverordnung

Mit Jahreswechsel gilt die EU-Verordnung 2019/947, deren Einführung in Deutschland wegen Corona um rund ein halbes Jahr verschoben worden war. Sie regelt den Betrieb von „unbemannten Luftfahrzeugen“, sprich Drohnen, Modellflugzeugen und Modellhubschraubern speziell außerhalb von Modellflugplätzen. Die Bestimmungen gelten einheitlich in der gesamten EU, sowie Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz. In Großbrittanien gilt sie schon seit 30. November 2020.

Wer ab sofort eine Drohne über 250g (Gramm) in die Luft steigen lassen will, muss sich als Fernpilot oder Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) registrieren und die Registrierungsnummer in feuerfester Form auf der Drohne anbringen. Außerdem benötigt man einen Drohnen-Führerschein für Drohnen über 250g (bisher 2 Kilogramm). Das Bundesverkehrsministeriums hat eine Übersicht der neuen Regeln veröffentlicht. Unverändert gilt, daß man eine entsprechende Haftpflichtversicherung benötigt.

Jäger betrifft es meist bei Kitzrettung und Kontrolle von Feldern

Insgesamt sind noch nicht viele Anwendungen für Drohnen bei Jägern verbreitet. Häufige Anwendungen sind die Kitzrettung und die Kontrolle im hohen Bewuchs auf Feldern oder Wiesen, die mit Drohnen unter € 3.000 schon möglich sind (mehr dazu bald hier). Drohnen mit Wärmebildkameras – von Werk aus oder als Nachrüstung – erreichen heute immer über 250g Abfluggewicht und unterliegen damit engeren Regeln als bisher.

Der Betrieb der Drohnen wird jetzt in drei Kategorien unterteilt: Offen, Speziell und Zulassungspflichtig. Die „offenen“ Drohnen haben ein Minimalgewicht von 250g und ein Maximalgewicht von 25 Kilogramm, müssen in Sichtweite und in maximal 120 Metern Höhe über Grund geflogen werden (bisher 100 Meter) und dürfen keine Gegenstände abwerfen oder gefährlichen Güter transportieren. Bei Drohnen unter 250g mit Kamera gibt es auch eine Registrierpflicht. Die Drohnen der offenen Kategorie sind registrierungs- aber nicht genehmigungspflichtig. Überschreitet eine Drohne diese Regelungen, so fällt sie automatisch in die Kategorie Speziell, wodurch eine Genehmigung verpflichtend wird.

In der Kategorie Offen gibt es zudem drei Unterkategorien von A1 bis A3, die sich auf Betriebsregeln wie Abstände zu unbeteiligten Personen beziehen. Für A1 und A3 reicht der EU-Kompetenznachweis als Drohnenführerschein. Dieser besteht aus einem theoretischen Online-Kurs und Multiple-Choice-Test, den man auf der Webseite des Luftfahrt-Bundesamtes ablegen kann und der fünf Jahre gültig ist.

Es gelten aber Übergangsfristen, u.a. für das Anbringen der Plakette bis Ende April 2021. Bis Ende des Jahres kann zudem übergangsweise auch der bisherige nationale Kenntnisnachweis verwendet werden. Detailierte Angaben führt die FAQ des Luftfahrt-Bundesamtes und eine Übersicht des ADAC zu den neuen Regeln auf.

 

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