Nachtsichtgeräte Kaufberatung 2020 für die Jagd | Was sollte ich beim Kauf beachten?

Nachtsichtgeräte | Übersicht & Kaufberatung 2020

Bei uns finden Sie eine große Auswahl an Nachtsichtgeräten für Jäger.
Große Auswahl an Marken und Preisen. Vergleichen Sie und finden Sie das beste Angebot.

Hier kommen Sie direkt zu der Katgeorieübersicht für Nachtsichtgeräte.

Was sind Nachtsichtgeräte?

Nachtichtgeräte ermöglichen die Jagd bei Nacht und Dunkelheit. Besonders in den Wintermonaten stehen für die Jagd nur wenige Stunden Tageslicht zur Verfügung, und dann wird zusätzliche Ausrüstung wichtig. Ohne richtige Sicht kann es leicht zu falscher Ansprache kommen.

Wir wollen Ihnen daher eine kurze Einführung in die Thematik rund um Nachtsicht-Technologie geben, damit Sie sich vor dem Kauf bestens informieren können.

Es lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Nachtsichtgeräten unterscheiden:

1) Restlichtverstärker und Bildwandler

Restlichtverstärker intensivieren die vorhandene geringe Lichtmenge und macht sie dadurch für das menschliche Auge besser erkennbar.

Restlichtverstärker bestehen aus einer Photokathode und einem Leuchtschirm, der die Funktion der Anode übernimmt. Durch die Erzeugung eines elektrischen Feldes zwischen Anode und Kathode werden die Elektronen beschleunigt und das Bild wird für das menschliche Auge erkennbar.

Streng genommen sind Wandler auch Restlichtverstärker. Der Unterschied besteht darin, dass hier eine spezielle Photokathode zum Einsatz kommt. Diese Kathode ist empfindlich für Spektren, die normalerweise für das menschliche Auge nicht zu erkennen ist. So lässt sich auch infrarote Strahlung aus der Umgebung sichtbar machen (NIR).

Jede Form von Restlichtverstärker oder Bildwandler kann von zusätzlicher Bestrahlung durch Infrarotscheinwerfern profitieren.

 2) Wärmebildgeräte

Anstatt die Infrarotstrahlung der Umgebung (NIR) sichtbar zu machen, wir hier die Infrarotstrahlung, die direkt von einem Lebewesen oder einem Objekt ausgeht (MIR) und dessen Unterschied zur Umgebung aufgezeichnet. Dies ermöglicht auch einen Einsatz bei Tageslicht.

Zwar ist die Technologie in den letzten jahren erschwinglicher geworden, allerdings hat auch hier Qualität immer noch ihren Preis.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Wärmebildkameras in unserem Katalog.

Was sollte beim Kauf beachtet werden?

Falls Sie darüber nachdenken sich ein Nachtsichtgerät anzuschaffen, ist es wichtig sich vorab einen guten Überblick zu verschaffen, um den Kauf bestens auf die eigenen Bedürfnisse und Anwendungsfälle abzustimmen.

Aus diesem Grund haben wir eine Liste mit Punkten zusammengestellt, auf die Sie beim Kauf unbedingt achten sollten:

Handgerät oder Nachtsichtbrille?

Grundsätzlich müssen Nachtsichtgeräte zwei Aufgaben erfüllen:

1) die Beobachtung von Wild und Umgebung
2) Anvisieren und Abschuss

Um die Gegend auch bei dunklen Lichtverhältnissen gut beobachten zu können, greifen viele Jäger zu Binokularen (Ferngläsern). Das weite Sichtfeld von Nachtsicht-Ferngläsern ist hierbei ein klarer Vorteil.

Geht es allerdings darum, gesichtetes Wild anzuvisieren und zu erlegen, wird die Wahl des richtigen Werkzeugs schon schwieriger. Zwar gibt es sogenannte Vorsätze für Zielfernrohre, allerdings sind diese in Deutschland grundsätzlich verboten und stark kontrolliert.

Ferngläser mit Nachtsichttechnik sind hier auch nur bedingt geeignet, da sich zum einen die Augen nicht schnell genug an die veränderten Lichtbedingungen anpassen können. Außerdem sind diese Geräte tendenziell größer und schwerer, was die Handhabung erschwert.

Abhilfe schaffen hier entweder Monokulare (einäugige) Nachtsichtgeräte oder Nachtsichtbrillen, die sich mittels einer Halterung am Kopf befestigen lassen.

Ein Vorteil der Nachtsichtbrillen ist natürlich das freie hantieren. Sie können sich so mit beidem Händen am Gewehr voll und ganz auf den Schuss konzentrieren. Trotzdem ist hier Vorsicht geboten:
Der Rückstoß des Gewehr kann zu Verletzungen im Augenbereich und/oder Schäden an Ihrem Nachtsichtgerät führen. Daher sollten Sie bei der Verwendung noch Nachtsichtbrillen besonders vertraut mit Ihrem Jagdgerät sein.

Generell bieten Monokulare die einfachste und oft auch kostengünstigere Lösung. Durch die Verwendung eines zusätzlichen Statives, haben Sie den vollen Durchblick und gleichzeitig auch freie Handhabung, damit jeder Schuss sitzt.

Falls Sie noch mehr über dieses Thema erfahren wollen, können Sie sich das verlinkte Video von dem Kanal GrimbartTV anschauen. Hier werden nochmal verschiedene Vorteile und Nachteile, sowie gesetzliche Rahmenbedingungen der einzelnen Lösungen angesprochen:

Unterschiedliche Generationen

Bildwandler und-verstärker lassen sich in vier Generationen einteilen, die alle einen anderen Stand der Technologie repräsentieren. Derzeit lassen sich im Handel nur Geräte der Generationen 0 bis 3 erwerben. Technologie der 4. Generation ist ausschließlich für den Einsatz im Militär erhältlich.

Nachtsichtgeräte der Generation 1,2 und 3 sind gängig und breit am Markt vertreten. Hierbei bietet Generation 1 im Vergleich zwar die geringere Bildqualität als die Nachfolgegenerationen, allerdings lassen sich Einsteigergeräte wie das Bering Optics Nachtsichtgerät Elf2 2.0X28 schon für etwas mehr als 200 EUR erwerben.

Innerhalb der Generation 2 gibt es durchaus große Leistungsunterschiede. Hier lohnt ein genauer Blick auf die konkrete Generationsbezeichnung (z.B. 2S oder Super+) und ein genauer Vergleich zwischen einzelnen Angeboten.

Produkte der 3. Generation sind wunderbar geeignet für professionelle Anwendungen und bieten das absolute Höchstmaß an Qualität und Leistung. Dies ist natürlich auch mit einem entsprechenden Preis verbunden.

Generation 0

  • Erste Einführung: ca. 1940
  • Einfacher Lichtwandler
  • Funktioniert nur mit zusätzlichem Einsatz eines Infrarotstrahlers
  • Mangelhaftes Bild
  • Heutzutage nicht mehr im Einsatz

Generation 1

  • Einführung Ende der 50er Jahre
  • Unterscheidung in Stufen von 1-3, je nach Anzahl der verbauten Bildwandlerröhren
  • Kein Einsatz von Infrarotscheinwerfern mehr nötig, aber optional einsetzbar zur Verbesserung der Bildqualität
  • 1000-8000x Verstärkung
  • 1000-2000 Stunden Lebensspanne der Röhren

Generation 2

  • Einführung Ende der 1960er
  • Erstmals Verbauung von Mikrokanalplatten
  • Innerhalb der Generation wird unterschieden zwischen „2+“, „Super (S)“ und „Super Plus“
  • Bis zu 20.000x Verstärkung
  • Lebensdauer von 10.000-15.000 Stunden

Generation 3

  • Seit Beginn der 90er am Markt erhältlich
  • Weiterentwicklung der Ionenbarriere in der Mikrokanalplatte
  • Teilweise über 40.000x Verstärkung
  • Lebensdauer von ca. 15.000 Stunden

Reichweite

Die Reichweite kann je nach Einsatzbereich (s.u.) eine wichtige Rolle spielen. Generell lässt sich sagen, dass Geräte mit eingebautem Infrarotscheinwerfer auf kürzeren Distanzen bessere Bilder liefern können, auf weiten Distanzen (über 50m) aber oft Probleme bereiten.

Normalerweise geben Hersteller die Reichweite Ihrer Geräte in Metern an. Diese Angabe basiert oft auf Tests bei guten Wetterbedingungen. Falls hier also kein Spektrum der Reichweite gegeben ist, sollten Sie bei schlechten Lichtbedingungen ein paar Meter von diesem Wert abziehen.

Vergrößerung

Die Vergrößerung ist bei der Jagd besonders wichtig. Um das erspähte Wild eindeutig zu identifizieren, braucht es ein qualitativ hochwertiges Bild, auf dem sich auch Details wie Streifen auf dem Fell erkennen lassen.

Ein hoher Zoomfaktor ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium. Ein Nachteil ist allerdings, dass bei zunehmendem Zoom auch Sichtfeld kleiner wird.

Einsatzbereiche – Wo eignen sich Nachsichtgeräte für die Jagd?

Bevor man sich ein Nachtsichtgerät zulegt, sollte man außerdem die konkrete Situation bedenken, in der das Gerät zum Einsatz kommen soll. Unterschiedliche Arten der Jagd stellen teilweise ganz eigene Anforderungen an das verwendete Equipment.

Ansitzjagd

Bei der Jagd vom Hochsitz kann die genaue Entfernung zwischen Jäger und Beute stark variieren. Falls Sie an Ihren bevorzugten Ansitzen oft ähnliche Umstände vorfinden, so können Sie sich ein Gerät aussuchen welches möglicht gut auf die Entfernung und Lichtverhältnisse eingestellt werden kann.

Falls Sie öfter den Ansitz wechseln oder die Hochsitze an sehr unterschiedlichen Stellen plaziert sind, halten Sie beim Kauf Ausschau nach einem Gerät, dass sich flexibel einstellen lässt und eine bessere Fokussierung und Vergrößerung aufweist.

Kirrungsjagd

Da die Kirrung oft in einer Entfernung von 50 Metern angelegt wird, sind die Anforderungen an Vergrößerung und Fokussierung hier nicht ganz so hoch wie die Jagd auf größere Entfernungen.

Natürlich sollte man trotzdem darauf achten, auf diese Entfernung ein klares Bild zu bekommen. Einzelheiten sollten gut sichtbar werden um das Wild verlässlich identifizieren zu können.

Durch eine gute Plazierung der Kirrung lassen sich auch die Lichtverhältnisse verbessern, sodass auch weniger empfindliche Nachtischtgeräte ein gutes Bid liefern.

Gesetzgebung – Was ist erlaubt?

Wie oben bereits erwähnt, ist die Verbindung von Nachtsichttechnik mit der Zielvorrichtung streng untersagt.

Monokulare und Ferngläser mit entsprechender Ausstattung sind erlaubt und können für die Beobachtung auf der Jagd eingesetzt werden. Gleiches gilt auch für Wärmebildoptik.

In Bayern gibt es mittlerweile Ausnahmen für die Verwendung von Nachtsichtzielgeräten, allerdings müseen Jäger hier einen gesonderten Antrag stellen, um die entsprechende Erlaubnis zu erhalten. Die Erlaubnis ist beschränkt auf drei Jahre und gilt nur in dem ausdrücklich erwähnten Revier.

In anderen Bundesländern wird derzeit über solche Maßnahmen diskutiert. Informieren Sie sich daher regelmäßig über die aktuelle Gesetzgebung in Ihrem Bundesland.

Hier finden Sie den Sachstand für die Schwarzwildjagd mit Nachtischt- und Nachtsichtzielgeräten (Stand Juni 2018).